Wirtschaftliche Dynamik verschärft den Engpass auf dem Geschäftsimmobilienmarkt Basel

Basel zählt zu den dynamischsten Wirtschaftsstandorten der Schweiz. Dies wirkt sich auch auf die Nachfrage nach Geschäftsimmobilien und damit indirekt auf die leerstehenden Industrie- und Geschäftslokale aus.



Dynamische Nachfrageentwicklung und sinkende Leerstände

Die dynamische Nachfrageentwicklung hat zu einem Rückgang des Leerstandes von rund 170‘000 m2 auf rund 105‘000 m2 in den Jahren 2011 bis 2015 geführt. Im folgenden Diagramm ist die Leerstandentwicklung mit einer Aufschlüsselung verschiedener Nutzungsarten dargestellt. Sinkende Leerstände sind bei allen Flächentypen festzustellen, ausser bei den Ladenflächen, wo der Leerstand relativ stabil geblieben ist.

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Abbildung 1: Leerstehende Industrie- und Geschäftslokale nach Fläche in m² und Nutzungsart 2011 bis 2015, (c) Statistisches Amt des Kantons Basel-Stadt

Die sinkenden Leerstände wirken sich auch auf die Verfügbarkeit der Geschäftsimmobilien aus. Die CSL Immobilien AG erhebt jährlich die Angebotsquote für Büroflächen, die aufzeigt wie viel Prozent der Büroflächen innerhalb von sechs Monaten auf dem Markt angeboten wurden. Für Unternehmen auf Flächensuche ist die Angebotsquote der relevante Standortfaktor. Je höher die Angebotsquote, desto grösser ist die Auswahl für die Unternehmen. Aufgrund der stark variierenden Bedürfnisse bezüglich Flächengrösse, Ausbaustandard und Mikrolage, die auf dem Geschäftsimmobilienmarkt nachgefragt werden, braucht es für einen funktionierenden Markt eine Angebotsquote von rund 5%.

Im Städtevergleich verfügen die Städte Genf und Basel mit 2.3% über die tiefste Angebotsquote (vgl. Abbildung 2). Der Standort Basel misst sich in vielen Bereichen im internationalen Wettbewerb. Die CSL Immobilien AG hat ein Jahr zuvor 40 Agglomerationen innerhalb Europas verglichen. Auch hier stand die Agglomeration Basel mit der tiefsten Angebotsquote als Schlusslicht da. Nur drei weitere Agglomerationen (Stockholm, Stuttgart und Genf) wiesen damals einen Wert unter den notwendigen 5% auf.

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Abbildung 2: Verfügbare Büroflächen innerhalb 6 Monaten in den vier grössten Städten der Schweiz, (c) CSL Immobilien AG, 2015

Chancen für Grundeigentümer, Projektentwickler und Investoren

Für expandierende Unternehmen stellt das geringe Angebot an verfügbaren Mietflächen im Kanton Basel-Stadt eine Herausforderung dar oder führt unter Umständen zu betriebswirtschaftlichen Problemen. Das dynamische Wachstum bietet Chancen für Grundeigentümer, Projektentwickler und Investoren. In Basel-Stadt besteht im Gegensatz zu vielen anderen Standorten ein nachgewiesener Bedarf an neuen Geschäftsimmobilien.

Die Standortförderung im AWA unterstützt in Zusammenarbeit mit BaselArea expandierende Unternehmen bei der Flächensuche. Unsere Erfahrungen, in welchen Segmenten die Flächensuche besonderes herausfordernd ist, möchten wir mit Ihnen teilen.

Grösse
Optimale Betriebsabläufe sowie die Zusammenarbeit zwischen Teams funktionieren am besten auf einer Etage. Es fehlt in Basel an verfügbaren Immobilienobjekten mit einem grosszügigen Grundriss.

Lage
Die Spezialisierung der Wirtschaft führt zu einem Fachkräftemangel. Unternehmen sind bei der Rekrutierung auf einen möglichst grossen Arbeitsmarkt angewiesen. Daher nimmt die Bedeutung der Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr zu. Die Verfügbarkeit an Objekten an der begehrten Lage rund um den Bahnhof SBB hat stark abgenommen.

Vertragslaufzeiten
Bei Ansiedlungen und bei Jungunternehmen sind flexible Verträge ein wichtiges Argument. Dies ermöglicht ein optimiertes Wachstum und senkt die Risiken. Die bestehenden Business Centers und der Technologiepark Basel können aufgrund der Attraktivität der flexiblen Verträge die steigende Nachfrage nicht mehr decken.

Ausbaustandard
Die Nachfrage nach flexiblen Mietkonditionen führt dazu, dass insbesondere ausgebaute Flächen (im Gegensatz zu "Core & Shell") nachgefragt werden. Dies betrifft sowohl Labor- als auch Büroflächen und gilt selbst für grössere Unternehmenseinheiten.

Welche Massnahmen ergreift der Kanton Basel-Stadt?

Für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Standortes Basel ist eine verbesserte Verfügbarkeit von Geschäftsimmobilien ein wesentlicher Faktor. Daher bestehen verschiedene Projekte, die zur Verbesserung der Flächenverfügbarkeit beitragen werden:

1. Werkarena Basel

2015 hat die Steiner AG den Projektentwicklerwettbewerb für eine Baurechtsparzelle der Immobilien Basel-Stadt gewonnen. Seit Beginn März 2016 liegt die Baubewilligung für die Werkarena vor. Diese bietet eine grosse Chance für das produzierende Gewerbe und handwerkliche Betriebe im Kanton Basel-Stadt. Nähere Informationen finden Sie unter www.werkarena-basel.ch.

2. Ausbau Technologiepark Basel

Aufgrund der hohen Nachfrage nach flexibel mietbaren Labors und Büros für Jungunternehmen hat der Kanton beschlossen den Technologiepark Basel weiter auszubauen. Weitere Informationen zum Technologiepark Basel finden Sie in diesem Newsletter.

3. Informationsvermittlung und Vernetzung

Die Standortförderung im AWA bietet verschiedene Produkte und Dienstleistungen an, um Informationen im Immobilienbereich darzustellen und zu vermitteln. Auf unserer Homepage finden Sie das aktuelle Wirtschaftsflächenportfolio Kanton Basel-Stadt und per Ende April 2016 erscheint der Wirtschaftsflächenbericht für den Kanton Basel-Stadt.

Haben Sie Fragen zur Entwicklung des Angebots und der Nachfrage nach Geschäftsimmobilien im Kanton Basel-Stadt? Sind Sie auf der Suche nach einem geeigneten Standort für Ihr Unternehmen? Suchen Sie nach Investitionsmöglichkeiten in Geschäftsimmobilien? Dann freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

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Kontakt

Standortförderung
Fabian Bauer
Verantwortlicher Wirtschaftsflächen
Hochstrasse 37
Postfach
4002 Basel

Telefon: +41 61 267 65 17
E-Mail: fabian.bauer(at)bs.ch

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