Gemeinsamer Wirtschaftsbericht der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft 2016-2019

Die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft legen erstmals einen gemeinsamen Wirtschaftsbericht vor. Auf Basis von ausgewählten Indikatoren und Prognosen liefert der Wirtschaftsbericht eine unabhängige Analyse der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft.

Fokussiert auf die gemeinsamen Herausforderungen werden zusätzlich regionale sowie ausgewählte kantonale Ziele, Massnahmen, Dienstleistungen und Instrumente der beiden Standortförderungen Baselland und Basel-Stadt aufgezeigt.

Gute Noten für die regionalen Standortförderungsfaktoren

Um die Ausgangslage für die zukünftige Weiterentwicklung der Wirtschaftsstrategie der beiden Kantone besser zu erfassen, wurde bei BAKBASEL eine Studie zur wirtschaftlichen Struktur in Auftrag gegeben. Dabei wurden verschiedene Schwerpunktthemen identifiziert, Handlungsempfehlungen für eine wirkungsvolle Wirtschaftspolitik abgeleitet sowie eine systematische Positionsbestimmung mittels Chancen-Risiko-Analyse durchgeführt.

Der Bericht zeigt, dass verschiedene Standortfaktoren zum wirtschaftlichen Potenzial und zur möglichen zukünftigen Entwicklung beitragen. Die Bereiche Wissen und Innovation, Verkehrsinfrastruktur, Steuerbelastung von Unternehmen und qualifizierten Arbeitskräften, Marktregulierung sowie die Lebensqualität sind dabei von besonderer Bedeutung für die regionale Wettbewerbsfähigkeit und Standortattraktivität. Der Bericht zeigt, dass gerade in den Bereichen Innovationskraft sowie Erreichbarkeit die Region führend ist. Aus den umfassenden Schlussfolgerungen werden anhand einer SWOT-Analyse individuelle Stärken, Schwächen, Risiken und Chancen der Region abgeleitet. Dabei stellt sich heraus, dass der Standort hervorragend aufgestellt und als Produktions-, Arbeits- und Forschungsstandort mit hohem Wohlstandsniveau positioniert ist. Zudem sind die regionalen Branchen- und Technologieschwerpunkte als globale Forschungs- und Innovationsschwerpunkte zukunftsfähig und aktiv beeinflussbar. BAKBASEL empfiehlt, die interregionale Kooperation zu stärken, den Einfluss auf nationaler Ebene zu erhöhen sowie sich gegen aussen zu öffnen und sich dem internationalen Wettbewerb mit anderen Top-Standorten zu stellen.

Gemeinsame Aktivitäten der Standortförderung Basel-Stadt und Baselland

In den Standortförderungen der beiden Basler Kantone sind viele Gemeinsamkeiten vorhanden und darum eine enge Zusammenarbeit sinnvoll. Die übergeordnete Zielsetzung der beiden Kantone ist, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Region Basel weiter zu stärken, wobei so weit wie möglich ein rein quantitatives Breitenwachstum zu vermeiden ist. Es liegt auf der Hand, dass ein solches Ziel nur mit enger Kooperation und Koordination erreicht werden kann, da die Kantone keine in sich geschlossenen Wirtschaftsräume sind. Pendlerströme sowie Waren und Dienstleistungen fliessen frei über die Kantons- und Landesgrenzen hinweg. Viele wirtschaftspolitische Massnahmen, beispielsweise im Bereich der staatlichen Innovationsförderung, können effektiver und effizienter gemeinsam umgesetzt werden. Ein weiterer Schwerpunkt des Berichts wurde daher bei gemeinsamen Programmen, Projekten und Massnahmen der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft gesetzt. Er soll dabei eine Übersicht über die Aktivitäten der Standortförderungen bieten und einen Nutzen für die politischen, wirtschaftlichen und verwaltungsinternen Akteure in der Region generieren. Die beiden Kantone arbeiten seit langem überall dort eng zusammen, wo durch die Kooperation ein Mehrwert für die Unternehmen entsteht. Ein gemeinsames wirtschaftspolitisches Verständnis erleichtert die Kooperation in gemeinsamen Programmen und Projekten.

So haben die Basler Kantone und der Kanton Jura zum Beispiel die Agentur für Innovationsförderung und Standortpromotion BaselArea.swiss (siehe Beitrag „BaselArea.swiss präsentiert sich in neuem Outfit“) beauftragt, die Standortpromotion und Innovationsförderung aus einer Hand für die ganze Region zu übernehmen. Ein gemeinsamer Auftritt zeigt mehr Wirkung und trägt zu mehr Effizienz bei. Dabei werden Promotions- und Akquisitionsaktivitäten vermehrt auf Innovation und hochwertschöpfende Unternehmen ausgerichtet. Ein weiteres Beispiel erfolgreicher Zusammenarbeit sind die beiden Branchenprogramme Life Sciences und Logistik – jeweils Schlüsselbranchen, die in beiden Kantonen einen hohen Stellenwert einnehmen. Wie die Analyse von BAKBASEL zeigt, werden auch in Zukunft die Life Sciences und Logistik für die Region Basel eine zentrale, übergeordnete Bedeutung haben. Eine positive Entwicklung dieser regionalen Schlüsselbranchen trägt aus Sicht der beiden Kantone zu einer Steigerung der gesamten Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Basel bei. Die kantonale Förderung dieser beiden Schlüsselbranchen erfolgt gemeinsam in Form einer Projektträgerschaft in den Clusterinitiativen in Zusammenarbeit mit der Handelskammer beider Basel (HKBB). Das Ziel des Life Sciences Cluster Basel ist es, die verschiedenen Akteure im Förderumfeld zusammenzubringen. Ein letztes Beispiel einer erfolgreichen Zusammenarbeit ist der Aufbau des Switzerland Innovation Park Basel Area (Park Basel Area) mit Standorten in Allschwil, Delémont und später in Basel. Hier wird gemeinsam mit dem Bund und anderen Kantonen an einem nationalen Netzwerk von fünf Innovationsparks zur Sicherung und Stärkung der Innovationskraft der Schweizer Wirtschaft gearbeitet. Die Parks sind ein Nährboden für vermehrte Forschungs- und Entwicklungskooperation und eine Grundlage für verbesserte Durchlässigkeit im Wissens- und Technologietransfer. Im Park Basel Area wird die Translation von der Grundlagenforschung in die angewandte Forschung mit längerfristiger Kommerzialisierung ermöglicht und explizit ermutigt.

Ein Indiz für die konsequente Umsetzung interkantonaler Zusammenarbeit und Basis für zahlreiche Projekte ist das regionalpolitische Umsetzungsprogramm Basel-Jura, welches jüngst von Bundesrat Schneider-Ammann mitunterzeichnet wurde.

Fokus: Wirtschaftsflächen

In der Region und im Kanton sollen weitere Arbeitsplätze und zusätzliche Wertschöpfung entstehen. Aufgrund der Innovationsstärke sind die Chancen dafür wie bereits ausgeführt gut. Nebst den Projekten und Initiativen, die gemeinsam mit den Nachbarkantonen geführt werden, verfolgt die Standortförderung Basel-Stadt weiterhin eigene, auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Massnahmen. Die Pflege der ansässigen Unternehmungen bleibt beispielsweise kantonal, da ein direkter interner Zugang zu den Verwaltungen essenziell ist. Eine weitere wichtige Voraussetzung zur Erreichung dieses Ziels ist die Verfügbarkeit von attraktiven Wirtschaftsflächen und Geschäftsimmobilien. Im Rahmen dessen wird ein Netzwerk mit dem Immobilienmarkt und den Unternehmen gepflegt. Gemeinsam können so Angebotslücken auf dem Immobilienmarkt frühzeitig erkannt werden. Bei fehlendem Angebot werden, mit dem Ziel die Lücken zu schliessen, gezielt Informationen aufbereitet und dem Immobiliensektor zugänglich gemacht. Des Weiteren bietet der Kanton mit seiner Gesamtpolitik Rahmenbedingungen, damit der Markt selbst bestehende Angebotslücken schliessen kann. Aktuelle Beispiele sind verdichtete Gewerbehäuser und innovative Flächen. Insbesondere bei letzteren werden die Impulse aus dem Ausbau des Innovationssystems aufgenommen und der Immobiliensektor wird aktiv über Investitions- und Ertragsmöglichkeiten informiert (weitere Informationen dazu finden Sie im Beitrag "Geschäftsimmobilienmarkt Kanton Basel-Stadt: Welche Chancen und Perspektiven bietet der Wirtschaftsstandort für Immobilieninvestoren?")

Den gemeinsamen Wirtschaftsbericht der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft 2016-2019 finden Sie hier.

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