Interview mit Anastasius Tschopp, Swiss Prime Site Immobilien AG

Anastasius Tschopp

Erweiterung und Ausbau des Stücki Areals durch Swiss Prime Site. Interview mit Anastasius Tschopp, Leiter Portfolio Management, Mitglied der Geschäftsleitung Swiss Prime Site Immobilien AG.

Bis 2022 wird der bestehende Science Park auf dem Stücki Areal in zwei Etappen erweitert. Zwischen dem Science Park und dem Einkaufszentrum entstehen vier „Fingerdocks“, bestehend aus zwei Labor- und Bürogebäuden mit rund 1‘700 Arbeitsplätzen. Mit Investitionen von über ca. 180 Millionen Franken soll auf dem Areal künftig ein «Campus» für Innovation, Wissen, Einkauf und Erlebnis entstehen.

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1. Was hat Swiss Prime Site dazu bewogen, in Basel kräftig weiter zu investieren, spezifisch mit der Grossinvestition in das Stücki Areal?

A. Tschopp: Basel ist ein sehr spannender und dynamischer Markt. Momentan fehlt es jedoch noch an neuen modernen grösseren zusammenhängenden Flächen, für Unternehmungen die sich in Basel-Stadt ansiedeln möchten. Gesamtschweizerisch stellen wir zudem fest, dass nicht genug Flächen mit hohem Ausbaustandard vorhanden sind. Dies betrifft sowohl gewerbliche-, Büro- als auch Labornutzungen.

2. Was sind denn aktuelle Marktbedürfnisse?

Die Marktbedürfnisse bewegen sich weg von „core and shell“ hinzu ausgebauten Flächen mit Services. Zudem wollen Mieter wenn der Vertrag unterschrieben ist, möglichst bald einziehen und über eine gewisse Flexibilität verfügen.

3. Was macht das Stücki Areal so speziell?

Wir haben uns gefragt, wie wir den Marktbedürfnissen und der Nachfrage in Basel gerecht werden können. Unser Augenmerk richtete sich schnell auf das Stücki Areal. Auf der einen Seite existiert dort bereits ein Business Park. Auf der anderen Seite steht das Einkaufszentrum mit der geplanten neuen Kinowelt. Kombiniert mit dem grossen Entwicklungspotenzial und der Tatsache, dass wir dort gesamtheitlich agieren können, wollen wir die Chance nutzen.

4. Swiss Prime Site ist bekannt für markante Bauten mit hochstehender Büroinfrastruktur. Auf dem Stücki Areal, neben dem Business Park, sollen künftig neben zwei neuen Bürogebäuden zwei Gebäude ausschliesslich für die Labornutzung entstehen. Ist dies Teil einer neuen Geschäftsstrategie?

Ein strategisches Thema ist sicherlich die Nutzungsdiversifikation bei unseren Projekten. Wir haben bereits zuvor Erfahrungen gesammelt, indem wir in bestehenden Gebäuden Labors ausgebaut und vermietet haben. Nebst der Diversifikation ist es auch Teil unserer Geschäftsstrategie als „Solution Provider“ zu agieren. Wir stellen also Büros und Laborflächen ausgebaut und massgeschneidert bereit. Für die Swiss Prime Site ist dies natürlich eine sehr interessante Investition. Wir wollen eine Vorreiterrolle einnehmen und ein Projekt mit grosser Ausstrahlungskraft schaffen.

5. Auf dem Stücki Areal werden rund 1‘700 neue Arbeitsplätze entstehen. Welche Firmen sprechen Sie an?

Für uns ist die Diversität der Unternehmen und Start-ups sehr wichtig. Wir haben dazu auch interessante Gespräche mit Firmen geführt, die man normalerweise nicht mit einem solchen «Campus» in Verbindung bringen würde. Diese suchen jedoch gezielt die Nähe zu Start-ups. Der «Campus» mit seinem Start-up-Ökosystem soll eine Sogwirkung auslösen.

6. Welche Rolle erhoffen Sie sich vom Technologiepark Basel für den neuen Campus?

Der Technologiepark Basel verfügt über einen sehr guten Mix an Start-ups im Life Sciences und ICT Bereich. Wenn diesen der Technologiepark Basel zu «eng» werden sollte, können wir ihnen eine gute Plattform für weiteres Wachstum bieten.

7. Könnten Sie uns noch mehr zu den vier Fingerdocks berichten, spezifisch zu den beiden Laborgebäuden? Sind diese v.a. Chemielabors oder Biolabors? Werden Firmen auch Reinräume oder Produktionen unterbringen können?

Beim letzten Projektierungsstand kam heraus, dass wir 80% der Bedürfnisse der Biotech- und Chemiefirmen abdecken können. Wir werden diese Stossrichtung gezielt weiterverfolgen, so dass wir am Schluss vielleicht sogar beim Optimum landen.

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8. In der Medienmitteilung vom 12. Januar 2017 ist die Rede von einem Campus für Innovation, Wissen, Einkauf und Erlebnis, der auf dem Stücki Areal entstehen soll. Wie wird die Verknüpfung mit dem Einkaufszentrum realisiert?

Der «Campusgedanke» soll spürbar sein, unabhängig davon, ob man dort arbeitet, im Hotel übernachtet, das vielfältige Einkaufsangebot nutzt, ins Fitness oder gut essen geht. Zudem wollen wir einen Campus erschaffen, auf dem Entertainment ein Teil des Ganzen ist. Aufgrund der geplanten physischen Verbindungselemente, sei es beispielsweise mittels Passerelle oder Höfe, ist es möglich, auf dem gleichen Campus intensiv zu arbeiten und gleichzeitig gemütlich ein Sandwich zu essen. Diese „Erholungsräume“ können auch für Networking oder sogar Co-working benutzt werden. Arbeit findet nicht mehr nur statisch am Büro- oder Labortisch statt, wir möchten bewusst die Flexibilität für diese neuen Arbeitsformen auf dem neuen Campus schaffen.

https://www.sps.swiss/de/medien/medienmitteilungen

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9. Wie sieht der Zeitplan für die Realisierung Ihres Projektes aus?

Für die erste Etappe ist der Bezug Ende 2019 geplant. Für die zweite Etappe wird es im 2022 sein.

10. An wen können sich Firmen wenden, die mehr über die neuen Räumlichkeiten erfahren möchten?

Einerseits wird das Areal-Management vor Ort durch die Wincasa geführt, die auch Ihre Büros im Stücki Einkaufszentrum haben (Christian Mutschler, Leiter Management Stücki-Areal, Wincasa AG, T +41 61 633 33 02). Zudem sind wir als Swiss Prime Site ebenfalls bereit, Kontakte entgegenzunehmen und mit den Verantwortlichen von Interessenten Gespräche zu führen (Anastasius Tschopp, Leiter Portfolio Management, Mitglied der Geschäftsleitung, Swiss Prime Site Immobilien AG, T +41 58 317 17 17).

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Im Kanton Basel-Stadt besteht bei Geschäftsimmobilien seit mehreren Jahren ein Nachfrageüberhang. Seit 2011 haben die leerstehenden Industrie- und Geschäftslokale jährlich abgenommen. Basel-Stadt begrüsst daher die Investitionen der Swiss Prime Site auf dem Stücki Areal, weil dadurch der Engpass bei den Geschäftsimmobilien entschärft wird. Der Kanton Basel-Stadt beteiligt sich zudem aktiv am Immobilienmarkt und konnte in jüngster Zeit diverse Areale wie zum Beispiel die Areale Coop-Lysbüchel und Rosental erwerben. Ferner wird im Klybeck im Rahmen von „KlybeckPlus“der Kauf von weiteren 50`000m2 Grundfläche zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes geprüft.

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