Arbeitslosigkeit im Jahresverlauf

„Ende März 2017 waren im Kanton Basel-Stadt 3‘992 arbeitslose Personen bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) registriert, 83 Personen weniger als im Februar 2017 (-2.0%). Die Arbeitslosenquote sank somit von 4.1% im Vormonat auf 4.0% im Berichtsmonat. Gegenüber dem Vorjahresmonat (März 2016) stieg die Anzahl der arbeitslosen Personen um 57 (+1.4%).“

Eine solche kurze Medienmitteilung publiziert die Geschäftsleitung des AWA jeden Monat und sorgt damit mal für mehr, mal für weniger Gesprächsstoff in den Medien und bei der Bevölkerung. Die Zahl der arbeitslosen Personen sowie die Arbeitslosenquote sind dabei für viele die entscheidenden Indikatoren. Sie gewinnen jedoch an Aussagekraft, wenn sie mit den Kennzahlen des Vormonats und des Vorjahresmonats verglichen werden. Dadurch werden Saisoneffekte erkennbar. Denn ausschlaggebend für die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt ist nicht nur das Wohlergehen der Unternehmen – also der Stand der Konjunktur – sondern auch der Zeitpunkt im Jahr.

Typischerweise ist die Arbeitslosenquote im Kanton Basel-Stadt im Januar am höchsten und im Juli am niedrigsten. Prägend sind hier in erster Linie das Baugewerbe und das Gastgewerbe, die traditionell stark vom Wetter abhängig sind. Die Hotellerie, die in der Regel ebenfalls starke Saisoneffekte aufweist, zeigt sich in Basel-Stadt hingegen weniger volatil. Die Übernachtungszahlen in den Basler Hotels sind aufgrund des ausgeprägten Geschäftstourismus relativ konstant. Der Beginn der Sommerferien wirkt gegen den traditionellen Saisoneffekt mit niedriger Arbeitslosigkeit im Sommer und hoher im Winter. So finden nach der obligatorischen Schulzeit nicht alle Schulabgängerinnen und -abgänger direkt einen Anschluss an eine weiterführende Schule oder eine Lehre. Weshalb es zu einem kurzen kräftigen Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit kommt, bevor sie dann im September wieder fällt. Bei genauer Betrachtung entsteht also ein sich wiederkehrender Zyklus, der sich Jahr für Jahr wiederholt.

Die grössere Aussagekraft liegt dann auch in den saisonbereinigten Arbeitslosenquoten. Diese erlauben Rückschlüsse auf die aktuelle wirtschaftliche Lage. Für März 2017 lag diese bei 3,9%. Für den weiteren Jahresverlauf geht die kantonale Expertengruppe gemäss ihrer Prognose vom November 2016 aufgrund der Frühindikatoren des Arbeitsmarkts davon aus, dass die durchschnittliche Arbeitslosenquote im 2017 im Kanton Basel-Stadt bei 3,7% liegen wird.

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