Teilnehmerinteresse am Healthcare-Accelerator „BaseLaunch“ übertrifft die Erwartungen

112 Bewerbungen aus über 30 Ländern gingen bis zum 30. Juni beim Start-up-Accelerator BaseLaunch ein. «Die Zahl der Bewerbungen hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen», sagt Alethia de León, Managing Director von BaseLaunch.

Das im Frühjahr dieses Jahres von BaselArea.swiss initiierte und gemanagte Beschleunigungs-programm baut auf der starken Position der Region Basel als globaler Drehscheibe des Life-Sciences-Sektors auf und will die nächste Generation erfolgreicher Healthcare-Firmen anziehen.

Unternehmen, die in die erste Programmphase aufgenommen werden, erhalten ab September 2017 Förderbeiträge von bis zu 10'000 Franken. Anschliessend haben sie drei Monate Zeit, um in enger Zusammenarbeit mit dem Team von BaseLaunch und einem Netzwerk erfahrener Unternehmer und Beraterinnen, ihre Geschäftsidee weiterzuentwickeln. Anschliessend werden bis zu drei Start-ups für die zweite Phase ausgewählt. Sie erhalten jeweils bis zu 250'000 Franken an Fördergeldern und die Chance, in den Labors des Switzerland Innovation Park Basel Area ein Jahr lang Forschungsdaten zu generieren und Meilensteine ihres Businessplans zu erreichen.

BaseLaunch wurde von BaselArea.swiss initiiert und wird von den Nordwestschweizer Kantonen Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Jura unterstützt. Zu den Healthcare-Partnern von Basellaunch zählen Novartis Venture Fund, Johnson & Johnson Innovation sowie Pfizer. Darüber hinaus arbeitet BaseLaunch als Programmzweig des Kickstart Accelerators im Healthcare-Bereich mit digitalswitzerland zusammen.

nach oben

Interview mit Alethia de León, Managing Director BaseLaunch:

Es gibt bereits verschiedene Accelerator Programme in der Schweiz. Was ist das Spezielle an Baselaunch?

A. de León: BaseLaunch wurde extrem unternehmerzentriert konzipiert. Statt Beteiligungskapital bieten wir den teilnehmenden Start-ups Fördergelder, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Diese werden von unseren privaten Partnern finanziert. Das Experten- und Investoren-Netzwerk von BaseLaunch am globalen Life Sciences-Standort Basel ist einmalig. Mit Johnson & Johnson Innovation, dem Novartis Venture Fund sowie Pfizer haben wir Partner, die die Expertise ihres ausserordentlichen Netzwerks beisteuern. Das ermöglicht eine marktrelevante, individuell auf die Bedürfnisse der Start-ups zugeschnittene Beratung. Die Dichte an biopharmazeutischen Unternehmen ist in Basel weltweit am höchsten. Ausserdem profitiert der Standort von einem enorm breiten Talent- und Expertenpool.

Wie können die Unternehmen in Basel-Stadt davon profitieren, dass erstmals auch hier in der Region ein Accelerator Programm durchgeführt wird?

A. de León: BaseLaunch ist offen für alle Start-ups oder Projekte in den Life Sciences, egal ob sie aus Basel oder anderen Teilen der Welt kommen. Ausserdem profitieren die Unternehmen in der Region von innovativen Start-ups, die dank BaseLaunch angezogen werden und die gut ausgebildete Experten und Talente mitbringen.

Kritiker monieren, die Finanzierung durch Accelerator Programme würde nicht ausreichen, um die Kosten zu decken oder es gäbe versteckte Verpflichtungen. Wie beurteilen Sie solche Einwände?

A. de León: Wir haben uns bei der Konzeption genau mit diesen Kritikpunkten auseinandergesetzt. Bei uns gibt es ebenfalls Verpflichtungen, aber diese sind nicht versteckt: Die unterstützten Unternehmen müssen sich während Phase II in der Region niederlassen. Damit wollen wir einerseits verhindern, dass Projekte nur von der Unterstützung profitieren, ohne hier in der Region Wertschöpfung zu generieren. Andererseits können die teilnehmenden Start-ups so am besten aus den Erfahrungen unserer zugewandten Unternehmer und Berater schöpfen und haben die Möglichkeit, vollends in der Life-Sciences-Wertschöpfungskette aufzugehen. Wie bereits erwähnt, bieten wir den teilnehmenden Start-ups nicht rückzahlbare Fördergelder. Viele andere Acceleratoren bedingen sich dagegen einen relativ hohen Kapitalanteil an den Firmen aus, die sie unterstützen. Das kann für die weitere Kapitalsuche des Unternehmens zum Teil hinderlich sein. Unsere Pharmapartner haben keine Rechte an den teilnehmenden Start-ups.

nach oben