Fachkräftemangel in der Region Basel

Seit einigen Jahren wird der Mangel an Fachkräften auf dem Schweizer Arbeitsmarkt vielseitig analysiert und diskutiert. Auf Bundesebene wurden mit der Fachkräfteinitiative bereits zahlreiche Massahmen angestossen und auch auf kantonaler Ebene ist man sich der Problematik bewusst. Neu liegen dem Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) des Kantons Basel-Stadt regionale Daten zum Fachkräftemangel nach Berufen vor, die eine detaillierte Betrachtung für die Region Basel erlauben.

15 Berufe mit intensivstem Fachkräftemangel in der Region Basel im Jahr 2017

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Notiz: Zur Region Basel zählen die Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Solothurn. Berufe sind auf Basis der Berufsnomenklatur ISCO-08 (International Standard Classification of Occupations) definiert und werden auf Ebene ISCO-08 3-Steller betrachtet. Berufsbezeichnungen sind Abkürzungen, in Klammern ist jeweils der zugehörige ISCO-08-Code notiert. Der Einfachheit halber wird nur die männliche Form verwendet. Die weibliche Form ist immer mit eingeschlossen.

Die Auswertungen des AWA Basel-Stadt für die Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Solothurn zeigen, dass der Mangel an Fachkräften im Jahr 2017 besonders intensiv in Berufen war, die zum sogenannten MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) oder zu den Gesundheitsberufen zählen. Damit ist die Fachkräftesituation in der Region Basel ähnlich wie in der Schweiz insgesamt.

Tiefe Arbeitslosigkeit in Mangelberufen

Im Zusammenhang mit den Auswertungen zum Fachkräftemangel ist es wichtig, auch einen Blick auf die Arbeitslosenquote zu werfen.  Besteht in einem Beruf intensiver Fachkräftemangel bei gleichzeitig relativ hoher Arbeitslosigkeit, deutet dies auf ein Ungleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt hin und erfordert andere Lösungsansätze als die Bekämpfung eines reinen Fachkräftemangels. In unseren Auswertungen konnten wir einen solchen „Mismatch“ nicht finden. So lag die regionale Arbeitslosenquote im Jahr 2017 in den meisten Berufen mit intensivstem Mangel bei Werten unter dem Durchschnitt von 3.1%. Der Fokus von Massnahmen gegen den Fachkräftemangel muss daher auf der Sicherung und der Erhöhung der Zahl von Fachkräften in den entsprechenden Berufen liegen.

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Autorin

Natalie Mayer
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Fachstelle Volkswirtschaftliche Grundlagen

Aufgabenbereiche
Volkswirtschaftliche Datenanalyse; Schwerpunktthemen: Fachkräftemangel, Arbeitsmarkt, Aussenwirtschaft

Ihr Kontakt für weitere Informationen

Anna-Marleen Plume

Leiterin
Fachstelle Volkswirtschaftliche Grundlagen

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