Überblick Wirtschaft

Bevölkerung, Wachstum, Wertschöpfung, Branchenstruktur und Arbeitsplätze. Hier finden Sie die wichtigsten gesamtwirtschaftlichen Kennzahlen und Grafiken zum Wirtschaftsstandort Basel.

Wirtschaftliche Entwicklung

  2010 2015 2016 2017
nominales BIP (in CHF Mrd.) 30.6 32.3 33.5 33.8
nominales BIP/Kopf (in CHF) 165'648 168'481 173'659 174'510
Wachstum reales BIP/Kopf 4.2 % 0.7 % 6.2 % 2.9 %
Inflation 0.8 % - 1.2 % -0.2 % 0.8 %

Quelle: BAK Economics, Statistisches Amt Basel-Stadt.

Regionale Wirtschaftsleistung im Vergleich

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Branchenstruktur

Konzentration und Produktivität der Branchen

Erläuterung: Um die regionale Spezialisierung der Branchen zu analysieren, wird der Lokalisationskoeffizient gebildet. Dieser vergleicht den Beschäftigungsanteil der Branche mit dem durchschnittlichen Anteil der Branche an der Gesamtbeschäftigung. Ein höherer Wert als 1 zeigt an, dass die Branche in Basel-Stadt, im Vergleich zum Schweizer Durchschnitt, überdurchschnittlich stark vertreten ist.

Datenstand 2017.

Quelle: BAK Economics, Statistisches Amt Basel-Stadt.

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Unternehmensstruktur

Arbeitsstätten und Beschäftigte nach Grösse der Arbeitsstätte

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Konjunkturelle Aussichten

Konjunkturprognose: Solides Wachstum im Kanton Basel-Stadt trotz globaler Unsicherheiten

Welt: Schwache internationale Konjunktur

Anhaltende globale Unsicherheiten, insbesondere der bei Redaktionsschluss noch nicht beigelegte Handelsstreit zwischen den USA und China sowie das Risiko einer Ausbreitung des Konflikts, hemmen die globale Wirtschaftsdynamik. Dies zeigt sich zum einen in einer verhaltenen Entwicklung des Welthandels und zum anderen in einem schwachen globalen Wirtschaftswachstum. Für die Schweiz besonders relevant sind die getrübten Aussichten für die Konjunktur im Euroraum, insbesondere in Deutschland: Das exportorientierte, verarbeitende Gewerbe in Deutschland leidet besonders stark unter der schwachen globalen Nachfrage.  

Ein zusätzliches Risiko für die Schweizer Konjunktur besteht darin, dass sich der bestehende Handelskonflikt weiter zuspitzen und sich tatsächlich auf den Euroraum oder Deutschland ausweiten könnte. In der Folge wäre mit einer noch stärkeren konjunkturellen Abkühlung der Weltwirtschaft und auch der Schweizer Konjunktur zu rechnen. Dieses Szenario ist in den Prognosen jedoch nicht berücksichtigt.

Schweiz: Verhaltene wirtschaftliche Dynamik

Die Aussichten für das Schweizer Wirtschaftswachstum haben sich unter anderem in Folge des Abschwungs der weltwirtschaftlichen Dynamik bereits verschlechtert. Hemmend wirkte zudem die Aufwertung des Frankens im Laufe des Jahres 2019. Diese Stärke wird gemäss aktuellen Prognosen weiter anhalten und somit insbesondere die Exportdynamik hemmen. Für das endende Jahr 2019 wird von den unterschiedlichen Instituten ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts zwischen 0.7 und 0.9 Prozent vorhergesagt. Für 2020 wird von einen Wachstum zwischen 1.3 und 1.9 Prozent ausgegangen. Gegenüber 2018 ist dies eine spürbare konjunkturelle Abkühlung mit Erholungstendenzen erst gegen Ende 2020. Es gilt jedoch zu beachten, dass der Effekt grosser Sportveranstaltungen sowohl die Abschwächung im Jahr 2019 als auch die Beschleunigung im Jahr 2020 verstärkt. So wird das erwartete Wachstum im Jahr 2020 wieder spürbar durch die Wertschöpfung gestützt, die im Zusammenhang mit grossen internationalen Sportanlässen generiert wird. Da viele internationale Sportverbände in der Schweiz ansässig sind, wird die von ihnen generierte Wertschöpfung der Schweiz zugeordnet.

Die Branchenbetrachtung der Schweizer Exporte zeigt eine aufgehende Schere. Während sich die Exporte insbesondere in der MEM-Industrie seit Anfang 2018 rückläufig entwickelten und auch andere Industriezweige wie die Uhrenindustrie kaum Wachstum verzeichnen konnten, weisen die Exporte im Bereich Pharma und Chemie einen Höhenflug auf. Diese Unterschiede spiegeln sich denn auch in den Branchenprognosen von BAK Economics wider. Einzig der Bereich Pharma/Chemie verzeichnet hier im Jahr 2019 gegenüber 2018 eine Wachstumssteigerung. In allen übrigen Branchen geht das Wachstum spürbar zurück. Für 2020 wird für den Pharmabereich zwar keine Wachstumssteigerung mehr prognostiziert, jedoch das mit Abstand höchste Wachstum aller Schweizer Branchen.     

Der Blick auf den Arbeitsmarkt zeigt weiterhin eine hohe Beschäftigung bei tiefer Arbeitslosigkeit. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass sich die schwächere Wirtschaftsentwicklung im Laufe des Jahres 2020 auch in einer leicht steigenden Arbeitslosenquote niederschlagen dürfte. 

Kanton Basel-Stadt: Solides Wachstum dank der Life Sciences-Industrie

Auch für den Kanton Basel-Stadt ist gegenüber 2018 mit einem Rückgang des gesamtwirtschaftlichen Wachstums zu rechnen. Gleichwohl handelt es sich um eine im Schweizer Vergleich relativ hohe Dynamik. So prognostiziert BAK Economics für 2019 eine Steigerung des kantonalen Bruttoinlandsprodukts um 3.4 Prozent und für 2020 um 3.0 Prozent. Ausschlaggebend für das anhaltend solide Wachstum ist Basels Branchenstruktur und der hohe Anteil der vergleichsweise konjunkturresistenten Pharmaindustrie an der Bruttowertschöpfung.

Die wirtschaftliche Entwicklung lässt für den Basler Arbeitsmarkt zwar eine relativ stabile Arbeitslosenquote von rund 3.0 Prozent für das kommende Jahr 2020 erwarten, das Beschäftigungswachstum dürfte im 2020 jedoch eher schwach ausfallen (0.6 Prozent gemäss BAK Economics).  

Quellen: BAK Economics aktuelle Konjunkturprognose Oktober 2019, KOF Konjunkturprognose Herbst 2019 – Abschwung der Weltwirtschaft dämpft Schweizer Konjunktur und SECO Konjunkturtendenzen Herbst 2019.